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Herzwochen in Landkreis und Stadt Fürth


Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Etwa 20 % aller Sterbefälle sind auf den plötzlichen Herztod zurückzuführen. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt und das häufig mit bleibenden Schäden. Die Überlebenschancen sind seit 30 Jahren nicht nennenswert gestiegen. Denn durchschnittlich dauert es 7-9 Minuten in Großstädten, auf dem Land z. T. jedoch wesentlich länger, bis der Rettungsdienst eintrifft, um diese Menschen zu versorgen. Allerdings kommt es bereits nach 3-5 Minuten zu unwiderruflichen Schäden, vor allem des Gehirns. Eine noch schnellere Versorgung durch den Ausbau der Infrastruktur von Rettungswachen und Leitstellen zu erreichen erscheint unrealistisch.



Förderrichtlinie für mehr Herzsicherheit in Bayern

Die Gesundheitsregionenplus des Landkreises und der Stadt Fürth engagieren sich gemeinsam für die Verbesserung der Rettungskette, unter anderem mithilfe einer neuen Förderrichtlinie des Freistaats Bayern zur Anschaffung von öffentlich zugänglichen AED-Geräten. Die Förderung, die es seit dem Frühjahr 2021 gibt, erfährt eine sehr hohe Nachfrage. Im Landkreis Fürth konnte bereits die komplette Förderung ausgeschöpft werden, sodass nun vier neue AED Geräte den Landkreis Fürth herzsicherer machen.

Neben dem Markt Cadolzburg (AED Standort am Bürgerhaus Sparkasse) und dem Markt Wilhermsdorf (AED Standort an Pfarrscheune Kirchfarrnbach) konnte auch der Sportverein ASV Veitsbronn-Siegelsdorf e.V. (AED Standort am ASV Sportheim) ein neues Gerät anschaffen, die nun im Notfall rund um die Uhr für alle Menschen zur Verfügung stehen.

Auch Thomas Ebert, der eine eigene Kinderarztpraxis in Veitsbronn führt und seit vielen Jahren Notarzt aus Leidenschaft ist, machte von der Förderung Gebrauch. Welche Beweggründe er hierfür hatte, hat ihn Kristina Przybyl, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Landkreis Fürth gefragt.


Frau Przybyl: Wo passieren Herzstillstände besonders häufig und lässt sich ein plötzlicher Herzstillstand vorbeugen?

Herr Ebert: Herzstillstände können natürlich überall auftreten, oft aber gefolgt oder zeitnah zu einem akuten Ereignis wie einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie. Häufig werden wir auch zu Sportstätten gerufen wo Sportler oder Zuschauer ein akutes Stillstandereignis noch erleben. Doch dann tickt die Uhr. Trotz der bekannten Vorbeugemaßnahmen wie regelmäßige sportliche Betätigung, ungefähres Normgewicht, Nikotinabstinenz und einer maßvollen, eher mediterranen Ernährung können diese Ereignisse auch völlig unerwartet auftreten.

Frau Przybyl: Was ist aus Ihrer Sicht notwendig, damit noch mehr Menschen gerettet werden können?

Herr Ebert: Bei akut auftretendem Unwohlsein/Übelkeit mit stärkstem Druck auf der Brust, Kaltschweißigkeit und Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren.

Wenn die Uhr tickt muss jeder Umstehende wissen, dass sofort etwas zu tun ist. Möglichst gleich Umstehende bitten, über die 112 den Notarzt zu alarmieren. Bei scheinbar grundlos bewusstlosen Menschen ohne Atmung muss sofort mit basale lebenserhaltende Maßnahmen, also einer Herzdruckmassage begonnen werden. Mund-zu-Mund-Beatmung kann zusätzlich sinnvoll sein, am besten unter Zuhilfenahme von Beatmungsmasken oder Ventilfolien (passen gefaltet an jeden Schlüsselbund). Diese Maßnahmen sollten jährlich praktisch geübt werden, damit man sich sicherer fühlt. Falschmachen kann man dabei aber nichts. Das Schlimmste was man tun kann, ist es nichts zu tun.

Gleichzeitig und parallel dazu muss aber unbedingt die Ursache des Herzstillstandes (häufig sog. „Kammerflimmern“) gestoppt werden. Das geht nur mit „Strom“, also einem externen Defibrillator. Dieser muss schnellstmöglich von einer umstehenden Person geholt werden, wenn über die 112 der Rettungsdienstalarmiert werden.

Wir erleben immer wieder als Notärzte bei einem beobachteten Stillstand mit einem prompten Elektroschock, dass der Patient nach wenigen Sekunden Bewusstlosigkeit im Herzstillstand uns dann mit einem „Was war denn gerade los?“ befragt. Deshalb war es mir und meinen Kollegen hier in unserem Ärztehaus und unserem Vermieter besonders wichtig das Versorgungsnetz mit AEDs dichter zu weben und zwar in einer Rund-um-die-Uhr Verfügbarkeit und freien Zugänglichkeit für jedermann.

Frau Przybyl: Welche Entwicklungen wünschen Sie sich bei diesem Thema?

Herr Ebert: Die flächendeckende Ausstattung des öffentlichen Raumes mit AEDs inklusive einer schnellen Standort-App und aber auch die permanente Schulung der Bevölkerung in basalen lebenserhaltenden Maßnahmen. Die Kinder machen es schon vor: Wenn in großartigen Projekten wie „FürthDrückt“ bereits 7.Klässler praktisch in Wiederbelebung geschult werden, dann sollten wir Erwachsenen vorbildhaft mithalten können.

Frau Przybyl: Vielen Dank für den Einblick und alles Gute!


Aktionsmonat zum Thema Herzgesundheit und Herzsicherheit in Landkreis und Stadt Fürth

Im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung, die jährlich im November stattfinden, möchten auch die Gesundheitsregionenplus des Landkreises und der Stadt Fürth gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern ebenfalls zu diesem Thema informieren.

Folgende Highlights haben wir im November geplant:

-       Gewinnspiel „Wo hängt der nächste AED?“ mit attraktiven Gewinnen. Dieses finden Sie unten auf dieser Seite!

-       Schulungsclip zur Ersten Hilfe von der Initiative FürthDrückt 

-       „Was passiert bei einem Notfall – Ein Blick hinter die Kulissen“ Video des Klinikums Fürth

-       Vortrag der Deutschen Herzstiftung am 11.November 2021 um 18 Uhr im Foyer des Landratsamts Fürth, Im Pinderpark 2, 90513 Zirndorf

-       „FRÜHDEFI (AED) – Was ist das? Wie geht das?“ Schulung zur Nutzung eines AEDs am 22. November 2021 um 18:00 Uhr im          Schulungszentrum BRK, Henri-Dunant-Str. 11, 90762 Fürth. Bitte um Anmeldung unter gesundheitsregionplus@fuerth.de 

-       Online-Seminar "Kindernotfälle" mit freundlicher Unterstützung der BARMER. Sie lernen, wie Sie im Notfall Ruhe bewahren und Hilfe bei Bewusstlosigkeit leisten können. Zusätzlich beantworten Ärzte individuelle Fragen zur Notfallversorgung. Bitte um Anmeldung unter gesundheitsregionplus@fuerth.de


Infos zum Gewinnspiel

Überprüfen Sie Ihre Umgebung! Wo gibt es einen öffentlich zugänglichen Laien-Defibrillator in Ihrer Nähe? Einkaufszentren, Sportplätze, Supermärkte, Raststätten, Bankfilialen und Restaurants sind beliebte Orte, an denen AED-Geräte öffentlich zugänglich sind.

Wir laden Sie herzlich ein, an unserem Gewinnspiel teilzunehmen. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie viele AEDs den Landkreis und die Stadt Fürth bereits herzsicherer machen!

So geht’s:

Sie haben einen AED entdeckt? Machen Sie ein Foto davon und laden Sie das Bild unter folgendem Link hoch

Hier gehts zum Teilnahmeformular für das Gewinnspiel


Diese Gewinne warten auf Sie:

Unter anderem zwei Eintrittskarten für den Silvesterball in der Stadthalle Fürth, Gutscheine für Lichtspiele Großhabersdorf, Comödie Fürth, Kristall Palm Beach, Fürthermare und Burg Cadolzburg, Überraschungsgeschenk von SpVgg Greuther Fürth, 3 x Erste Hilfe Kurs bei Bayerisches Rotes Kreuz

(Bitte beachten Sie den Aktionszeitraum von 01.11 bis 30.11.2021. Spätere oder unvollständige Einsendungen können nicht berücksichtigt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen).